Mood_picking_up_gr
Mit einem Cruiser-Longboard kommst Du lässig zu den Meetingpoints deiner Freunde.

 

 

Mood_Elbphil_gr
Es gibt viel zu entdecken – man kann auch mal allein durch die Gegend zu cruisen.

 

 

Mood_Schattenbild_gr
Am Anfang ist das erste Board nur ein Wunsch, ein paar Tage später kann es Wirklichkeit sein.

 

 

 

Diese Story ist nichts für Cracks, Freaks und Longboard-Junkies. Wenn Du aber von Deinem ersten Longboard träumst, bist Du hier richtig.

Um Dir zu zeigen wie das geht, haben wir uns einfach neben Lisa gestellt als sie ihr erstes Board selbst gebaut hat. Sie zeigt Dir wie sie es gemacht hat und Du Dir ein einfaches, robustes Longboard zum cruisen selbst bauen kannst. Das dauert nur ungefähr fünf Tage. Dann stehsts Du auf Deinem eigenen Deck.
Wichtig: Alle die noch nicht so erfahren in der Werkstatt oder noch etwas zu jung sind um mit gesundheitsgefährdenden Stoffen zu arbeiten, sollten immer einen erwachsenen Bastelprofi an ihrer Seite haben. Ein paar Materialien, wie Glasfaser und Epoxid sind nämlich mit Vorsicht zu verarbeiten.
Alles was Du brauchst, bekommst Du über das Internet und das Holz im Baumarkt.

Aber als erstes brauchst Du eine „Formpresse“ um Dein Board in Form zu bringen. Dafür kannst Du altes aber dickes Restholz nehmen (z.B. dicke Sperrholzplatten oder massives Nadelholz). Außerdem brauchst Du eine elektrische Stichsäge die sich im Schneidwinkel verstellen lässt und Leim und Schrauben und kleine Eisenwinkel. Unsere Form ist ganz einfach und gibt dem Board nur eine leichte Hohlkrümmung, die nachher das Lenken unterstützt.

 

Longboard-Form
Nicht gerade Schönheitspreisverdächtig aber sehr stabil und darauf kommt es bei der Form an. Sie muss später enorme Druckkräfte von großen Schraubzwingen aushalten.

 

Hier ist eine Konstruktionsskizze von der Form. Du brauchst neben dem Material auf der Skizze noch 92 Holzschrauben in der Größe 3 x 25 mm für die Winkel.

Skizze_Longboard_Form_glatt
Die Form baust Du aus ca. 3 cm dickem Holz und verschraubst und verleimst alle Teile miteinander. Die Konstruktion gilt natürlich für beide Hälften der Form. Die schrägen Kanten sägst Du annähernd genau mit einer, im Winkel verstellbaren, Stichsäge vor. Wenn die Form zusammengebaut ist, gleichst Du die Schräge mit dem Schwingschleifer den Rundungen an.

 

 

Die Materialien und Werkzeuge in dieser Einkaufsliste brauchst Du um Dein Board zu bauen.

Alles beisammen? Dann gucken wir mal bei Lisa in der Werkstatt vorbei.

 

Das Longboard besteht aus drei Lagen 4-mm-Sperrholz. Pappel-Birke-Pappel, die miteinander verleim werden. Du kannst aber auch andere Sperrholzartenverwenden. Sie dürfen nur nicht zu steif sein – was bei 4 mm Stärke eher selten vorkommt.
Das Longboard besteht aus drei Lagen 4-mm-Sperrholz. Pappel-Kiefer-Pappel, die miteinander verleim werden. Du kannst aber auch andere Sperrholzarten verwenden. Sie dürfen nur nicht zu steif sein – was bei 4 mm Stärke eher selten vorkommt.

 

Der allerste Arbeitsschritt ist das Anzeichnen der Mittelachse auf dem Sperrholzstreifen der später die Oberseite des Boards ist. Den Bleistiftstrich muss Du über die ganze Länge ziehen.
Das erste was Du tun musst, ist das Anzeichnen der Mittelachse auf dem Sperrholzstreifen der später die Oberseite des Boards ist. Den Bleistiftstrich muss Du über die ganze Länge ziehen.

 

leim_angeben
Verteile wasserfesten Holzleim auf der ganzen Fläche der ersten Sperrholzplatte.

 

leim-auftragen
Verstreiche den Leim mit einem fein gezahnten Leimspachtel. Es geht auch mit einem Stück Sperrholz oder Kunststoff in das Du feine Zähne in die Kante feilst. Das machst Du auf zwei Sperholzstreifen. Du musst schnell sein, denn der Leim trocknet relativ schnell an.

 

holz_verleimen
Jetzt legts Du die drei Sperrholzstreifen so aufeinander, dass immer eine Seite mit Leim bestrichen ist.

 

zweite_zulage
Ab in die Form: Dein Board-Rohbau wird jetzt zwischen zwei weitere Sperrholzstreifen in die Form gelegt. So wird der Anpressdruck besser verteilt.

 

formdeckel_aufsetzen
Dann setzt Du den Deckel der Form auf …

 

in_form_zwingen
… presst die Form mit fünf fetten Schraubzwingen zusammen.

 

form_beim_pressen_2
Dein Rohling nimmt jetzt schon die richtige Form an und Du musst jetzt warten bis der Leim volle Belastbarkeit hat. Wie lange das dauert hängt vom Leim ab und steht auf der Flasche.

 

form_demontage
So, der Leim ist durchgetrocknet und Du kannst die Form auseinander bauen.

 

verleimergebniss
Dein zukünftiges Board ist jetzt in Form und wird diese auch nicht mehr verlieren.

 

 

 

 

2

Epoxid ist ein Superkleber, aber nicht ganz harmlos. Bei empfindlichen Menschen kann der Stoff allergieauslösend wirken. Deshalb eine echte Atemschutzmaske (keine einfache Staubmaske!) und am besten Nitrilhandschuhe (wie im Krankenhaus) tragen. Außerdem eine Schutzbrille und lange Ärmel wegen der pieksigen Glasfasern.
Epoxid ist ein Superkleber, aber nicht ganz harmlos. Bei empfindlichen Menschen kann der Stoff allergieauslösend wirken. Deshalb musst Du eine echte Atemschutzmaske (keine einfache Staubmaske!) und am besten Nitrilhandschuhe (wie die im Krankenhaus) tragen. Außerdem eine Schutzbrille – hat Lisa nach dem Foto aufgesetzt – und lange Ärmel wegen der pieksigen Glasfasern. Der Kleber besteht immer aus 2 Teilen, Harz und Härter, die Du ganz exakt nach Herstellerangabe mischen musst.

 

 

epoxid_aufgiessen
Das angemischte Epoxidharz – Du brauchst etwa 100 g – verteilst Du jetzt auf der Oberseite des Boards. Dann verteilst Du das Epoxid gleichmäßig mit einer Velours-Lackrolle. Die hat eine Oberflöche die sich fast wie Samt anfühlt.

 

glasfaser_auflegen
Schneide, etwas größer als die Holzplatte, unidirektionales Glasgewebe zu und drücke es ins Epoxid. Das Gewebe erstmal locker auflegen, denn es zieht sich ganz schnell aus der Form. Auf die hohl geformte Oberseite kommen zwei Schichten Glasgewebe – erst unidirektionales, dann bidirektionales Gewebe. Beide Schichten brauchen etwa gleich viel Epoxid.

 

uni-_bidirektional
Es gibt viele Arten Glasfasergewebe, Du brauchst diese beiden: Unidirektionales Gewebe, bei dem die Fasser alle in eine Richtung laufen (bei uns ist es nachher die Längsrichtung), das ist im Foto das linke Gewebe. Das rechte Gewebe heißt bidirektionales Gewebe, weil hier die Fasern in zwei Richtungen laufen und zwar im 45°-Winkel zur Längsrichtung. Sie machen das Board steifer.

 

epoxid_auf_glasfaser
Auf die gewölbte Unterseite laminierst Du nur eine Schicht unidirektionales Glasfasergewebe. Dabei müssen wie auch auf der Oberseite die Fasern in Längsrichtung des Boards laufen.

 

folie_aufstreichen
Damit die Oberfläche nach dem aushärten möglichst Glatt und gleichmäßig ist, streichst Du mit einem Kunststoffspachtel eine ganz gewöhnliche Plastikfolie aus Polyethylen (PE) auf. Lisa hat dafür einfach einen ganz normalen Haushaltsmüllbeutel an den Seiten aufgeschnitten.

 

folie_abziehen
Wenn das Epoxid ausgehärtet ist, das kann schon mal 24 h dauern, sind Holz und Glasfasermatten untrennbar miteinander verbunden. Trotzdem kannst Du die Folie ganz leicht abziehen.

 

shape_anzeichnen
Achtung, ab jetzt sind lange Ärmel und beim Bewegen des Boards auch Handschuhe angesagt! Die durchs Epoxid hartgeworden überstehenden Glasfasern am Rand sind jetzt spitz wie Nadeln und tun auch so weh. Ganz am Anfang hast Du die Mittellinie auf dem obersten Sperrholzstreifen angezeichnet. Den Strich kannst Du durch das transparente Glasfaserlaminat noch gut erkenene. Lege jetzt die Mittellinie Deiner Shape-Schablone (Form des Boards in Originalgröße) genau auf die Mittellinie vom Sperrholz und fixiere sie mit zwei Stückchen Klebeband. Dann überträgst Du den Umriss mit einem wasserfesten Filzschreiber aufs Board. Die Schablone kannst Du Dir frei Hand malen (erst eine Längshälfte, dann das Papier an der Mittelachse umfalten und die zweite Hälfte durchpausen), oder Du suchst Dir eine Vorlage im Internet und lässt Sie im Copyshop printen oder Du nimmst ein Board Deiner Freunde und malst den Umriss auf ein großes Stück Papier. Wenn Du fit am Computer bist, kannst Du Dir die Form auch in einem Zeichenprogramm anlegen und im Copyshop in Originalgröße (ca. 23 x 100 cm) printen lassen.

 

Achsbohrungen_markieren
Wenn Du mit dem Umriss fertig bist piekst Du noch die Positionen der Befestigungslöcher für die Achse mit einem spitzen Werkzeug oder einem großen Nagel ins Holz.

 

shape_aussaegen
Mit einer Stichsäge und einem möglichst schmalen Sägeblatt (dann geht es bei den Rundungen einfacher), sägst Du nun die Form Deines Boards aus. Lass dabei ruhig 1- 2 mm mehr Holz stehen als Du nachher haben willst, denn …

 

kanten_glaetten
… im nächsten Arbeitschritt glättest Du die Sägekanten mit einem Schwingschleifer und 180er Schleifpapier. Dabei gehen dann die 1-2- mm zusätzlichem Umfang wieder flöten.

 

gfk_anschleifen
Auch die beiden Oberflächen Deines Boards schleifst Du mit dem gleichen Schleifpapier leicht an. Damit bekommst unebenheiten weg die sich vielleicht unter die Folie geschlichen haben und die nächsten Schicjhten halten besser. Hinterher den Staub mit einem ganz leicht feuchten Tuch abwischen.

 

epoxauftr_dekor_kleben
It’s Epoxid-time again! Jedenfalls wenn Du, wie Lisa, ein Papierdekor auf Deinem Longboard haben willst. Mische Dir wieder Epoxid an – Schutzausrüstung nicht vergessen! – und verteil es gleichmäßig auf der gewölbten Boardunterseite.

 

dekor_aufkleben
Dann lege das Papiermotiv ins Epoxid. lisa hatte ein rechtefreies Galaxienfoto im Internet gefunden sich im Copyshop auf die richtige Größe bringen lassen. Du kannst aber statt dessen auch das Epoxid weg lassen und das angeschliffene GFK lackieren. Am besten vorher einen Haftgrund vorstreichen.

 

dekor_epoxid_aufgiessen
Lisas Dekor klebt am GfK und bekommt noch eine zweite Portion Epoxid oben drauf.

 

dekor_epoxid_aufrollen
Auch dieses Epoxid verteilst Du natürlich wieder gleichmäßig auf der ganzen Fläche. Je nach der Dicke des Papiers, wird es mehr oder weniger schnell das Epoxid aufsaugen.

 

dekor-ausschneiden
Wenn dann endlich auch diese Epoxidschicht getrocknet ist, schneidest Du das überstehende Papier mit einem echt scharfen Cutter ab.

 

achsmontagebohrungen
Jetzt bohrst Du von oben an den markierten Positionen die Löcher für die Befestigungsschrauben der Achsen. Der Bohrer muss genauso dick sein wie die Schrauben. Halte dabei einen Holzklotz von unten gegen, damit Dein schönes, neues Dekor beim Durchbohren nicht einreißt.

 

griptape-kleben
Jetzt kommt schon das Finish fürs eigentliche Board. Für einen sicheren Stand klebst Du jetzt das selbstklebende Griptape auf. Lisa hat sich für zwei Farben entschieden, aber das kann ja jeder machen wie er es schön findet.

 

boardkante_schleifen
Jetzt sind beide Seiten des Boards fertig. Zum Schluss schleifst Du die Kanten ganz leicht rund und eine leichte Fase (45-Grad schräge Kante) an die Kanten – dann reißt Dir das auflaminierte Papier und Griptape an den Kanten nicht so leicht ein.

 

Achsschrauben
Die Bohrlöcher für die Achsmontage musst Du unter dem Griptape ertasten und dann mit einem Cutter frei legen. Dann steckst Du schon mal die Schrauben durchs Board.

 

Rollen_aufstecken
Jetzt musst Du die Achsen vormontieren. Das heißt eventuell noch Bushings montieren, Kugellager in die Rollen setzen und die Rollen auf der Achse montieren. Wie das aussieht und im EInzelnen heißt, siehst Du weiter unten.

 

Rollenmontage
Die Rollen oder Wheels werden außen mit einer selbstsichernden Mutter (erkennt man am Kunststoffeinsatz) gesichert. Dafür kannst Du so ein Longboardtoll nehmen, das Du später immer dabei haben solltest.

 

Achsmontage
Der letzte Arbeitsschritt: Jetzt schraubst Du die Achsen unter das Board. Durch diese Montageart wird das Fahren theoretisch etwas kippeliger, aber das ist Gewöhnungssache. Andere, tiefer gelegte, Boards sind etwas komplizierter zu bauen und vielleicht eine Herausforderung für Dein zweites Selbstbau-Board. Anleitungen findest Du dann im Internet.

 

Pralschutz_1
Braucht man nicht unbedingt, schont aber das Board enorm_ Ein Prallschutz für die Nasen des Boards. Zeichen am Board und am Prallschutz jeweils die Mitte an …

 

Prallschutz_2
… dann drückst Du den Prallschutz so auf die Kante, dass die MArkierungen übereinstimmen. Von der MItte aus klopfst Du den Schutz jetzt einfach mit einem leichten Hammer auf die Kante. – Jetzt kannst Du los rollen!

 

Achsteile_benannt
Alle Teile von Achse und Rolle und wie sie heißen.

 

Achsteile_benamst
Aus diesenteilen besteht die Achse. Die Bushings gibt es, wie auch die Rollen in unterschiedlichen Härten für unterschiedliches Lenkverhalten. Auch ihre Anordnung und die Auswahl von Barrel- und/oder Cone-Bushings verändert das Lenkverhalten.

 

baseplate_mit_kingpin
der erste Schritt der Achsmontage (wenn sie mal nicht vormontiert sein sollte): Die Grundplatte (Plate) mit dem Kingpin wird am Board festgeschraubt.
barrelbushing_aufgesetzt
Jetzt wird ein Washer auf den Kingpin gesteckt und dann folgt (hier) ein Barrel-Bushing.

 

hanger_ueber_kingpin
Anschließend setzt Du den Hanger mit der Achse und den vormontierten Wheels ins Pivot-Lager, schwenkst ihn etwas seitlich und steckst ihn auf den Kingpin.

 

cone_bushing
Bei dieser Achskonstruktion kommt als nächstes ein Cone-Bushing auf den Kingpin (nach außen zulaufend), gefolgt von einem passenden Washer.

 

kingpinmutter_aufgesetzt
Auch hier sorgt eine selbstsichernde Mutter für die abschließende Befestigung der ganzen Konstruktion.

 

kingpinmutter_anziehen
Auch sie wird praktischerweise mit dem Longboard-Tool angezogen.

 

Achse_montiert
Je nachdem wie fest Du die Mutter anziehst wird das Board mehr oder weniger spontan auf Deine Lenkbewegungen reagieren. Welche Einstellung zu Dir passt, musst Du einfach ausprobieren.

 

Mood_Leuchtrolle_gr
Wir wollten erst ein „Glowboard“ bauen, bei dem sich an der Unterseite LEDs befinden. Das war uns zu aufwändig, so dass wir uns Rollen im Internet ausgesucht haben die auch leuchten sobald sie sich drehen. – Krass!