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Keine Lust, die Gartenmöbel zu schruppen? Mit einem Hochdruckreiniger macht das Spaß! Wie dabei aus dem schlappen Gartenschlauchstrahl mehr als 100 bar Wasserdruck werden, ist einfach erklärt.

Der Sommer steht vor der Tür, und Sie haben Ihre Terrasse sicher schon „gekärchert“ oder haben es in den nächsten Wochen noch vor. Damit Sie die warme Jahreszeit im Garten genießen können. Dass der Name des Erfinders hier zum Synonym für das Hochdruckreinigen geworden ist, ist sicher kein Zufall. Schließlich war es die Firma Kärcher, die diese Technik erstmals jedermann zugänglich machte. Den ersten Heisswasser-Hoch- druckreiniger in Europa baute Alfred Kärcher schon 1950. Aber wir mussten bis 1984 warten, bis erstmals ein „Kärcher“ für den privaten Gebrauch auf den Markt kam. Seitdem sind einige andere Hersteller von Hochdruckreinigern hinzugekommen, aber auch mit ihnen wird umgangssprachlich „gekärchert“, wenn man Hochdruckeinigen meint.
Mit einem Wasserdruck von mehr als 100 bar, das kann bis zu 35 mal so stark sein wie der Druck aus der Wasserleitung, spült ein üblicher Hochdruckreiniger jeden oberflächlich haftenden Schmutz weg. Aber wie funktioniert das?
Das Prinzip ist ganz einfach: Ein Elektromotor dreht am Ende seiner Antriebsachse eine so genannte Taumelscheibe, die abwechselnd einen von drei oder mehr Kolben in deren jeweiligen Zylinder drückt. In diesen Zylinder fließt das Wasser aus der Hausleitung und wird vom Kolben zusammengedrückt. Wird in dem einen Zylinder das Wasser komprimiert, fließt es im nächsten Zylinder nach. Dabei sorgen ein Saug- und ein Druckventil dafür, dass sich zufließendes Wasser mit wenig Druck und abfließendes Wasser mit viel Druck nicht in die Quere kommen. Da dies abwechselnd geschieht, könnte man – ähnlich wie beim Verbrennungsmotor – von einer Zweitaktpumpe sprechen.
Allerdings lässt sich Wasser – anders als beispielsweise Luft als ein Gasgemisch – nicht komprimieren. Das bedeutet, der Kolben verdrängt das Wasser aus dem Zylinder während er das Volumen verringert, wodurch es unter hohem Druck dem einzigen Ausgang, nämlich dem Hochdruckschlauch, zuströmt und über die Düse der Reinigungslanze austritt. So entstehen bei Hochdruckreinigern für den Hausgebrauch etwa 80 und 200 bar Wasserdruck – je nach Leistungsfähigkeit des Hochdruckreinigers.
Damit macht das Saubermachen richtig Spaß und spart auch noch bis zu 80 Prozent Wasser gegenüber Reinigungsarbeiten nur mit dem Gartenschlauch. Das versprechen jedenfalls die Hersteller. Natürlich kann man auch zu viel des Guten tun. Mit hohem Wasserdruck werden nicht nur Pflaster und Holz gereinigt – Fugen spülen schnell mal aus und Holzfasern werden aus der Oberfläche gerissen. Hier hilft dann weniger Druck mehr als ein schnelles Vorankommen. Der Wasserstrahl aus dem Hochdruckreiniger ist übrigens – anders als der Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch – nicht zum spielen geeignet, denn er kann, auf Menschen oder Tiere gerichtet, schwere Verletzungen verursachen.